Geschichte

Die Geschichte von Tschernitz erste Erwähnung am 20.10.1283

alte Chronik

Tschernitz wurde von den Wenden (Sorben) gegründet. In alten Urkunden tauchen verschiedene Schreibweisen des Ortes auf:  Zernischla, Cerniske, Tschirnik, Zernitz, Tzschemnitz, Tscherwitz.

Die Bedeutung des Ortsnamen wird unterschiedlich abgeleitet. Im aktuellsten Ortsnamenlexikon geht man davon aus, dass Tschernitz auf das altsorbische Wort Cermnica = rot zurückzuführen ist, also Siedlung auf rotem Boden.

Wahrscheinlich suchten die Besitzer von Tschernitz in den unruhigen Jahren (Zeiten) des 14. Jahrhunderts den Lehnschutz der damals mächtigen Herren von Hackenborn auf Priebus und Triebel. Als die Hackenborns 1414 Priebus verkauften, blieb Tschernitz bei Priebus. Im Jahre 1429 erhielt Hans von Sagan vom Kaiser für geleistete Dienste gegen die Hussiten Priebus als Lehen. So kam die Herrschaft Priebus für immer zu Schlesien und teilte die Geschicke des Lehnsfürstentums Sagan. Tschernitz war bis 1815 eine schlesische Enklave in der Sächsischen Niederlausitz, gehörte also zum Priebusschen Kreis im Fürstentum Sagan. Um 1500 wird ein Valentin von Berge von Friedrich, dem Kurfürsten und Johannes und Georg, beide Herzöge von Sagan, mit Tschernitz belehnt. Am längsten waren die Herren von Dyherrn (1670 – 1792) Besitzer vom Rittergut Tschernitz. Der Besitz war wohl nicht sehr ertragreich, denn 13 Mal fanden oft nach kurzer Zeit Besitzerwechsel statt. Kriege und die Pest dezimierten wiederholt die Bevölkerungszahl. Vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Tschernitz 10 Bauern, 4 Gärtner und 4 Büdner. 1653 waren 8 Bauernhöfe verlassen und zerstört, 3 bestanden noch, 2 Gärtnereien waren verschwunden, es existierten nur noch wenige Gebäude. Von 1724 sind noch 11 Familiennamen bekannt. 1829 wurden eine Glashütte errichtet, 1840 gab es 2 Wassermühlen. Seit 1820 ist Tschernitz nach Dubraucke eingepfarrt.
1939 lebten in Tschernitz etwa 1500 Menschen.

1815 ging die Niederlausitz von Sachsen auf Preußen über. 1816 kam es zur Neubildung von Kreisen. Vom alten Kreis Guben trennte man einen Teil ab, der die Territorien der alten Standesherrschaften Sorau-Triebel und Forst-Pförten umfasste. Dazu kamen noch einige andere Orte, wie zum Beispiel Tschernitz und Kromlau aus dem Fürstentum Sagan. Tschernitz wurde dem Kreis Sorau, Regierungsbezirk Frankfurt / Oder zugeordnet. 1945 hatte der Kreis Sorau aufgehört zu existieren. 1946 wurde Tschernitz dem Kreis Spremberg einverleibt. Ab dem 5. Dezember 1993 wurde aus den Kreisen Spremberg, Guben, Forst und Cottbus-Land der Landkreis Spree-Neiße gebildet.

Geschichte des Ortsteiles Wolfshain

Wolfshain ist seit 2003 in die Gemeinde Tschernitz eingegliedert.
Wolfshain ist eine alte wendische Ansiedlung aus dem 12. Jahrhundert. 1497 wurde der Ort erstmalig urkundlich als Rittergut erwähnt. Das Gutshaus ist aus dem 17. Jahrhundert.

Der Ortsname bedeutet so viel wie Behausung zum Schutz vor Wölfen. Die sorbische Ortsbezeichnung „Sisej“ bedeutet Strauch der den Namen Hunde- oder Schießbeere führt. Diese Sträucher waren früher hier sehr verbreitet.

1843 wurde in Wolfshain die erste Braunkohlegrube „Julius“ gegründet. Die geförderte Kohle wurde von der ansässigen Ziegelei und den umliegenden Glasbetrieben genutzt.

Von großer Bedeutung für die Entwicklung des Dorfes waren 1847 der Bau der Chaussee von Spremberg nach Bad Muskau sowie die Bahnlinie von Weißwasser nach Forst.

Heute erstreckt sich ein moderner Glasbetrieb für technisches Glas über die Ortsteile Tschernitz und Wolfshain.

Tschernitz – N.L.- Spree-Neiße-Kreis