Das Föhrenfließ und andere Gewässer
 
Mit dem Ausbau der Glasindustrie in Tschernitz, wurde schon um 1900 nach schnellen und preisgünsigen Alternativen zur Befeuerung der Brennöfen, für die Glasschmelze gesucht. Da im Umland von Tschernitz schon viele Braunkohlegruben aufgemacht wurden, suchte man auch in Tschernitz nach der Möglichkeit Braunkohle im Tagebau zu fördern. Im westlichen Schenkel des Muskauer Faltenbogens, an der Grenze zu dem Ort Wolfshain wurde man fündig. 
 
Von 1920 bis 1925 wurde Kohle im Tagebau gefördert.                
Die Grube mußte ihren Betrieb durch den schnellen Anstieg des Grundwassers einstellen. Die Pumpen versagten ihren Dienst und so lief die Grube über Nacht halb voll. Die sich in der Grube befindenden Bagger und Förderbänder konnten nicht mehr gerettet werden und somit
gab man die Braunkohlengrube "Lerche" auf. Sehr schnell füllte sich die Grube mit Wasser und so entstand unser Badesee "Lohnteich".  Der Ort Tschernitz hat nicht nur den Lohnteich, Tschernitz besitzt ein kleines "Spinnennetz" von wasserführenden Gräben. Man könnte sie auch als "Tankstelle" für die Teiche bezeichnen. So vereinigen sich z. B. nördlich der Bahnhofsstraße der Lohnteichgraben und Ließgraben zum Penkagraben. Letzterer fließt in südlicher bzw. südöstlicher Richtung weiter und mündet in den Grenzgraben. Dieser wiederum vereinigt sich südlich von Tschernitz mit dem Parkgraben zum Föhrenfließ. In der Ortsmitte von Tschernitz, gibt es noch den Schloß- oder Gutsteich. Die Quelle für diesen Teich befindet sich am nördlichem Ortseingang der Gemeinde, aus Döbern kommend, dem Eichenwäldchen. Beide Teiche, ob der Lohnteich oder der Dorfteich,  sind sogenannte fließende Gewässer. Beide Teiche, der Lohnteich und auch der Schloß-Gutsteich, verfügen über einen Zu- und  Abfluß.
                                                                       
Den Namen Föhrenfließ trägt dieser Nebenfluss der Neiße nur auf einer Strecke von etwa 8 Kilometer. Nach seinem Eintritt in die Neißeaue wird sein letzter, 2,9 km langer Abschnitt bis zur Einmündung in die Neiße Lachgraben, genannt. Die Fließgeschwindigkeit des Föhrenfließes ist beachtlich, so ist es nicht verwunderlich, dass schon im Mittelalter die Kraft des Wassers zum Antrieb von Mühlen genutzt wurde. Zu Tschernitz gehörten die Hirten- und die Hermannmühle. In Jämlitz bewegten sich die Mühlräder der Weiß-oder Ledermühle. Die letzte der vier Mühlen ist die zu Köbeln gehörende Sellmühle.

 

Das Prinzip der Mühlen lässt sich so erklären:Das Wasser des Föhrenfließes wurde durch ein Wehr gestaut und mittels Gräben zu den Mühlrädern umgeleitet, um danach wieder dem Gewässer zugeführt werden. Mühlen gehören zu den ältesten technischen Anlagen der Menschen. Sie liefern uns Mehl, Graupen, Grieß und Schrot, aber auch Viehfutter, Bretter und Balken. Die Umgebung des Föhrenfließes ist durch eine bemerkenswerte Pflanzenvielfalt gekennzeichnet, 331 unterschiedliche Arten konnten nachgewiesen werden, wovon etwa 60 auf der „Roten Liste“ der bedrohten Pflanzen stehen. Besonders beeindruckend von der Natur her, sind die letzten zweihundert Meter des Lachgrabens kurz vor seiner Einmündung in die Neiße.

Der Begriff "Märchenwald", der ein Gebiet etwa einen Kilometer weiter nördlich kennzeichnet, wäre auch hier angebracht.
 
Der Heimatforscher beschreibt diese Natur kurz so: “ Grüne Wiese, enges Tälchen“.    
 
 
                                                                                                                                               
                                                                                      
                                                                                                
aufgeschrieben und recherchiert  
Paul Wernitz und Christina Handke
Tschernitz – N.L.- Spree-Neiße-Kreis