Tschernitz und die Niederlausitz
 
Die natürliche Grenze der Niederlausitz wird im Süden durch den Flusslauf der Schwarzen Elster, verlängert bis zur Mündung der Queiß in den Bober, im Osten durch den Bober und die Oder, im Norden durch die Spree auf Berlin zu etwa bis Zossen und im Westen durch eine gedachte Linie von Zossen bis Bad Liebenwerda gebildet.
Den Namen erhielt dieses Gebiet vom hier ansässigen Stamm der Lusici. Lausitz bedeutet soviel wie Sumpfland. Die Bezeichnung Lausitz galt ursprünglich nur für die Niederlausitz, sie stammt aus der zeit Geros um 950. Erst seit Matthias Corvenius, der von 1479 bis 1490 Landsherr der Lausitz war, wurde die Bezeichnung auch auf das südliche Grenzland um Bautzen übertragen. Von nun an teilte man das Gebiet in Ober- und Niederlausitz. Nachdem Otto III gestorben war, kam die Niederlausitz an Boreslaw von Chobry, einem polnischen Herrscher. Er überzog das Land mit Krieg, legte Burgen an, u.a. auch die in Priebus. 1032 musste Polen die Lausitz, die durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört war, wieder abtreten. 1032 bis vorerst 1304 herrschten die Wettiner in der Niederlausitz, bis 1370 dann die Brandenburger. 1288 stirbt Heinrich der Erlauchte, zur Zeit der Ersterwähnung von Tschernitz. Im Jahre 1283 war er unser Landesherr. Von Meißen aus wurden Herren mit Gauen belehnt. Ende des 12. Jahrhunderts begann für unser gebiet die Epoche der endgültigen Eindeutschung.
 
 
 
Seit 1363 hat das Markgrafentum Niederlausitz sein Wappen, den roten Stier.
Die Besitzer der Niederlausitz wechselten wiederholt, mal gehörte sie zu Brandenburg,
dann zu Böhmen, für längere zeit übten hier auch die Habsburger ihre Herrschaft aus.
Von 1635 bis 1815 waren wieder die Wettiner Herren der Niederlausitz. Weil der
sächsische Kurfürst in den Napoleonischen Kriegen auf Seiten Frankreichs stand,
verlor er auf dem Wiener Kongress die Niederlausitz an Preußen. Die Bevölkerung
konnte in unserem Gebiet von alter her nicht allein von der Landwirtschaft leben,
Ausgleich schufen hier der Handel und das Textilgewerbe.
 
 
In der Lausitz stand die Wiege der deutschen Textilindustrie. Spremberg oder auch Forst wurden als Manchester Deutschlands bezeichnet. Auch in Sorau wurden Tuche gewebt.
1856 nahm in Spremberg die erste Textilfabrik mit Dampfantrieb ihren Betrieb auf.

 

Noch früher hielt hier die Glasindustrie Einzug, etwas später der Braunkohlentagebau.  

 
 

                                                                                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aufgeschrieben von Paul Wernitz

Tschernitz – N.L.- Spree-Neiße-Kreis